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Prof. Dr. med. Michael Liebrenz/Prof. Dr. med. Wolfgang Retz

25. November 2021

ADHS und Kriminalität: Möglichkeiten und Grenzen der multimodalen Behandlung

Webinar vom Donnerstag, 14. Oktober 2021

Keywords: ADHS, Kriminalität, Stimulanzien

Prof. Dr. med. Michael Liebrenz

Prof. Dr. med. Michael Liebrenz
Leiter Forensisch Psychiatrischer Dienst der Universität Bern
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Schwerpunkt Forensische Psychotherapie FMH
Vertrauensarzt SGV sowie zertifizierter Gutachter SIM

Erfahrungen und Empfehlungen zur Pharmako- und Psychotherapie. Welche Besonderheiten gibt es im forensischen Setting?

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Take Home Messages
  • Kernsymptome von einer ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Sie liegt vor bei:
    • unaufmerksamem und impulsivem Verhalten mit/ohne deutlicher Hyperaktivität,
    • Verhalten, das nicht dem Alter und Entwicklungsstand entspricht,
    • deutlicher Beeinträchtigung im sozialen Umfeld, in der Schule und im Beruf.
  • ADHS ist ein Risikofaktor für delinquentes Verhalten.1
  • Insbesondere die mangelnde Impulskontrolle sowie die Tatsache, dass häufig Komorbiditäten bestehen, können dazu führen, dass ADHS-Betroffene vermehrt mit dem Gesetz und der Justiz in Konflikt geraten.
  • Ca. 25% der Gefängnisinsassen leiden unter einer ADHS. Sie kann auch unter Haftbedingungen diagnostiziert und behandelt werden.2
  • Stimulanzien werden für die Erstbehandlung von ADHS auch unter Haftbedingungen empfohlen.3
  • Bei Patienten mit ADHS, die mit Methylphenidat behandelt wurden, ging die Kriminalitätsrate bei Männern um 32% und bei Frauen um 41% signifikant zurück. Delinquentes Verhalten trat seltener in den Zeiten auf, in denen mit einem Stimulans behandelt wurde. Mit der Einnahme von Medikamenten kann das Risiko für Gewaltdelikte bei Patienten mit ADHS verringert werden.4
Prof. Dr. med. Wolfgang Retz

Prof. Dr. med. Wolfgang Retz
Direktor des Instituts für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie der Universität des Saarlandes Homburg/Saar
Leiter der Forensischen Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz
Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie, Forensische Psychiatrie, Forensischer Psychiater (DGPPN)

Delinquenz – Welche Zusammenhänge gibt es?

Keywords: ADHS und Delinquenz, psychopharmakologische und psychotherapeutische Behandlung

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Take Home Messages
  • Personen mit ADHS weisen ein höheres Risiko für die Entwicklung von Störungen des Sozialverhaltens und delinquentem Verhalten auf, das bereits im Kindesalter beginnen kann. Gründe dafür können unter anderem traumatische Kindheitserfahrungen und der Gebrauch von Suchtmitteln sein.5
  • Zusammenhang zwischen ADHS und Delinquenz: ADHS ist ein Risikofaktor für delinquentes Verhalten und eine psychische Störung, die sich psychopharmakologisch und psychotherapeutisch gut behandeln lässt.5
  • Die Behandlung von ADHS bei (jungen) Straftätern eignet sich gut als Ansatzpunkt für die Deliktprävention.5

Referenzen

  1. Eme, R., & Young, S. (2017). Reliability of ADHD in prison populations: a response to Murphy and Appelbaum. The ADHD Report, 25 (5), 1–6.
  2. Baggio S, Fructuoso A, Guimaraes M, Fois E, Golay D, Heller P, Perroud N, Aubry C, Young S, Delessert D, Gétaz L, Tran NT and Wolff H (2018) Prevalence of Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Detention Settings: A Systematic Review and Meta-Analysis. Front. Psychiatry 9:331. doi: 10.3389/fpsyt.2018.00331.
  3. Young S, Cocallis K. ADHD and offending. J Neural Transm (Vienna). 2021 Jul; 128 (7): 1009–1019. doi: 10.1007/s00702-021-02308-0. Epub 2021 Feb 4. PMID: 33538909.
  4. Lichtenstein, P. et al. (2012). Medication for Attention Deficit-Hyperactivity Disorder and Criminality. The New England journal of medicine. 367. 2006-14. 10.1056/NEJMoa1203241.
  5. Retz W, Ginsberg Y, Turner D, Barra S, Retz-Junginger P, Larsson H, Asherson P. Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD), antisociality and delinquent behavior over the lifespan. Neurosci Biobehav Rev. 2021 Jan; 120: 236–248. doi: 10.1016/j.neubiorev.2020.11.025. Epub 2020 Nov 30. PMID: 33271164.

Das Webinar wurde unterstützt durch Salmon Pharma GmbH und Neurim Pharmaceuticals AG.

Fachinformationen
Medikinet® MR. W:
Methylphenidati hydrochloridum. I/A: ADHS. Zur Behandlung einer seit dem Kindesalter fortbestehenden ADHS im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie. D/A: Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche: oral 1 x/d mit oder nach dem Frühstück. Individuelle Dosierung, Dosistitration in wöchentlichen Schritten von 5 bis 10 mg, maximale Tagesdosis 60 mg. Dosierung bei Erwachsenen: morgens und mittags mit oder nach einer Mahlzeit. Gleiche Tagesdosierung, wenn schon im Kindes- bzw. Jugendalter Behandlung. Neueinstellung: individuelle Dosierung, sorgfältige Dosistitration in wöchentlichen Schritten von 10 mg, mit niedrigst möglicher Dosis beginnen. Tagesdosis verteilt auf zwei Einnahmen morgens und mittags, Tageshöchstdosis 80 mg. K: Ausgeprägte Angst- und Spannungszustände sowie ausgeprägte Agitiertheit, schwere Depression, Anorexia-nervosa, psychotische Symptome, Suizidneigung, Manie, Schizophrenie, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Alkohol- und Drogenabusus, familiäre Belastung oder Diagnose von Tourette-Syndrom, Glaukom, vergrösserte Prostata mit Restharnbildung, Phäochromozytom, Hyperthyreose, Herzrhythmusstörungen, vorbestehende Herz-Kreislauferkrankungen, arterielle Verschlusskrankheit, vorbestehende zerebrovaskuläre Erkrankungen, MAO-Hemmer, bekannte Überempfindlichkeit gegenüber lnhaltsstoffen, ausgeprägte Anazidität, H2-Rezeptorenblocker- oder Antazidatherapie. I: zentral wirkende alpha-2-Agonisten, vasopressorische Substanzen, serotonerge Arzneimittel, halogenierte Anästhetika, Antikoagulentien, Antikonvulsiva, Antidepressiva, SSRI, Alkohol. UW: Nasopharyngitis, Anorexie, verminderter Appetit, mässig verringerte Gewichts- und Grössenzunahme, Schlaflosigkeit, Nervosität, Affektlabilität, Aggression, Unruhe, Angst, Depression, Reizbarkeit, anormales Verhalten, Rastlosigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Dyskinesie, psychomotorische Hyperaktivität, Somnolenz, Tremor, Arrhythmie, Tachykardie, Palpitationen, Hypertonie, Husten, Rachen- und Kehlkopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Magenbeschwerden und Erbrechen, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Zahnschmerzen, Alopezie, Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria, Arthralgie, Pyrexie, Unruhegefühl, Hyperhidrosis, Wachstumsverzögerung, Veränderung von Blutdruck und Herzfrequenz, Gewichtsabnahme, Suizid, Suizidversuch, Suizidgedanken, stereotype Verhaltensweisen, taktile Halluzinationen, Logorrhoe, choreatische Bewegungsstörungen, Tics, reversible Nervenausfälle, Migräne, malignes neuroleptisches Syndrom, Akkommodationsstörungen, plötzlicher Herztod, Herzinfarkt, zerebrovaskuläre Störungen bzw. Hämorrhagie, Vaskulitis, Raynaud-Syndrom, peripheres Kältegefühl, Leberfunktionsstörungen, exfoliative Dermatitis, Steven-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, Arzneimittelexanthem, Hämaturie, Gynäkomastie, Priapismus, Hypersensibilitätsreaktionen, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Konvulsionen, Choreoathetose, toxische Psychosen, zerebrale Arteriitis und/oder Okklusion, verschwommenes Sehen, Angina pectoris, Rash, Fieber, Haarausfall, thrombozytopenische Purpura, Muskelkrämpfe. Liste: A+, kassenzulässig. Z: Salmon Pharma GmbH, Basel. Ausführliche Informationen unter www.swissmedicinfo.ch (11. 2020). 692021DE Oktober 2021.

Kurzfachinformation
Circadin®. Z:
Retardtabletten à 2 mg Melatonin. I: Monotherapie für die kurzzeitige Behandlung der primären, durch schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Insomnie bei Patienten ab 55 Jahren. D: 1 Tablette à 2 mg einmal täglich 1–2 Stunden vor dem Zubettgehen. Die Dosierung kann bis zu 3 Wochen aufrechterhalten werden. Eine Verlängerung der Behandlung bis zu 13 Wochen (3 Monate) kann in Einzelfällen, nach erneuter Abschätzung durch den Arzt, erfolgen. KI: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. VM: Abbrechen der Therapie bei Auftreten von Nervosität, verstärkter Schlaflosigkeit, Agitiertheit, Reizbarkeit, Aggressivität und Alpträumen. Circadin kann Schläfrigkeit hervorrufen. Keine oder vorsichtige Anwendung von Circadin bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen, Schlafapnoe-Syndrom und der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz, Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption, Niereninsuffizienz und Leberfunktionsstörung. UW: Häufig: Kopfschmerzen, Nasopharyngitis, Rückenschmerzen und Arthralgie traten sowohl in der Circadin- als auch in der Plazebogruppe auf. IA: Medikamente mit CYP1A-Enzym-Metabolismus, Fluvoxamin, 5- oder 8-Methoxypsoralen, Cimetidin, Zigarettenrauchen, Östrogene, CYP1A2-Inhibitoren wie Chinolone, CYP1A2-Induktoren wie Carbamazepin und Rifampicin, Alkohol, Benzodiazepine und Nicht-Benzodiazepine.

Stand der Information: Juni 2020. Abgabekategorie B. Ausführliche Informationen entnehmen Sie bitte der Arzneimittelinformation www.swissmedicinfo.ch. Neurim Pharmaceuticals AG, Turmstrasse 18, 6312 Steinhausen. CH-C-2017-08-04-D.

 

 

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